Akzeptieren · Einstellung · Fokussieren · Gedanken · Gefühle · Mindset · Persönliches · step 4 · step by step · Vergangenheit

step 4

Schritt 4:

Akzeptiere, was geschehen ist

Wir haben bis jetzt bereits eine Menge geschafft zu besprechen.
Im ersten Schritt solltest du deinen Gefühlen freien Lauf lassen.
Im zweiten Schritt dir selbst was Gutes tun und auf dein Wohlbefinden achten.
Im dritten Schritt solltest du darauf achten, nicht zurückzublicken.
Und im vierten Schritt sollst du lernen, zu akzeptieren.

Wenn du dir meine step by step Anleitung zu Herzen genommen hast, etwas für dich mitnehmen konntest und auch tatsächlich versuchst das umzusetzen, was ich dir rate, wird dir dieser step gar nicht so schwer fallen, wie du vielleicht erst glaubst.
Vor ein paar Wochen hätte ich niemals gedacht, dass ich dazu in der Lage sein würde, zu akzeptieren, was mir widerfahren ist.
Was meine ich mit akzeptieren? Mit akzeptieren meine ich nicht, dass du anderen sagst du wärst darüber hinweg oder es interessiert dich nicht mehr, nur weil sie fragen. Nur weil du sie zufriedenstellen möchtest oder nicht willst, dass sie schlecht von dir denken, wenn du es immer noch nicht verarbeiten konntest.

Mit akzeptieren meine ich explizit aus deiner eigenen Kraft und deinem eigenen Willen das vergangene abzuhaken. Ähnlich wie bei einer to-do-Liste. Dein Mindset und deine persönliche Entwicklung schreiten stetig voran, wenn du daran arbeitest. Dein Fokus geht in eine bestimmte Richtung – nämlich in Richtung Ziel. Du stehst nicht mehr dort, wo du am Anfang warst, sondern bist bereits einige Schritte gelaufen. Hast vielleicht auch einige Personen in deinem Umfeld überholt. Du bist weiter gekommen, als du dachtest.
Und auch deine Vergangenheit, dein altes Ich und deine Erlebnisse sind nun weiter von dir entfernt, weil du voran gekommen bist. Du blickst distanzierter, aus einem anderen Blickwinkel auf die Dinge zurück und empfindest womöglich anders darüber.
Im Buch Wie man Freunde gewinnt habe ich eine Menge über den Umgang mit Menschen gelernt. Dabei ging es einmal um den allgemeinen Umgang, den man mit Menschen pflegen sollte, wie du dich beliebt machen kannst und Möglichkeiten, andere Menschen zu überzeugen.
Das Buch hat mich in vielen Bereichen überrascht. Wir leben in einer so komplexen und stressigen Zeit, dass man das simpelste manchmal gar nicht wahrnimmt, was andere Menschen und auch uns selbst entspannter und glücklicher stimmen kann. Das meiste aus dem Buch passt leider nicht zu dieser step by step Anleitung, aber das Buch hat mich auf eine Idee gebracht, die mir ziemlich weiterhalf.

Vor 6 Tagen, 25 Tage nach der Trennung, hatte ich das Verlangen und auch das Bedürfnis einen Brief zu schreiben. Alles herunterzuschreiben, was mich noch bedrückte, was ich gerne losgeworden wäre, was ich ihm gerne gesagt hätte. Aus heutiger Sicht.

Im Buch gab es nämlich mal folgenden Fall:
Der Autor, Dale Carnegie, hatte sich in einer Radiosendung zum Geburtsort einer Autorin vertan. Damals war man noch sehr stolz drauf, aus welcher Stadt man kommt, somit war es für die bekannte und berühmte Autorin eine Katastrophe, als sie das mitbekam. Dale Carnegie erhielt viele Briefe, damals war das noch so, die sehr beleidigend waren. Und auch einen Brief von der bekannten Autorin. Sie war sehr wütend und beleidigte ihn, hatte Dinge geschrieben, worüber Dale gar nicht erfreut war. Am liebsten hätte er ihr einen saftigen Brief zurückgeschrieben und sie ebenfalls beleidigt. Aber er dachte sich was anderes. Er legte den Brief in die Schublade und rührte diesen eine Woche nicht an. So konnte er sich erstens selbst beruhigen und zweitens sich danach eine objektive Meinung darüber bilden, ohne von seinen Gefühlen und seiner Wut überrannt zu werden, die dann seine Taten bestimmt hätten. Und das ist eine simple, aber so vernünftige Ansicht.
Dann schrieb er einen neuen Brief an die Autorin. Er ging auf sie ein, sagte ihr wie leid es ihm tut und wie sehr er es bereute. Dass er sie verstehen würde und es gerne wieder gut machen würde. Er entschuldigte sich in einer anderen Radiosendung dafür. Er war mitfühlend und empathisch, dachte darüber nach, was sie wohl empfunden hat und ging darauf ein. Diesen Brief schickte er weg.
Als Antwort von der Autorin kam ebenfalls eine Entschuldigung für ihre beleidigenden Worte – es sei mit ihr durchgegangen, sie hätte die Kontrolle verloren.

Wie oft sagen oder tun wir bestimmte Dinge in Rage? Wie oft haben wir Dinge gesagt, die wir im Anschluss bereut haben, weil diese zu hart formuliert waren, oder sogar gelogen?
Wie oft haben wir Dinge getan, auf die wir nicht stolz waren, bloß weil wir die Kontrolle über unsere Gefühle verloren haben?
Wie oft tadeln wir andere für ihr Verhalten, ohne vorher darüber nachzudenken, wie sie sich in der Situation gefühlt haben?
In der Hinsicht sind wir alle gleich. Fühlen wir uns angegriffen oder verletzt, beschützen wir uns, sagen alles, was uns verteidigt. Wir rechtfertigen uns. Mal mehr oder mal weniger aggressiv oder hart. Aber wir handeln alle gleich, anstatt für einen Moment darüber nachzudenken, weshalb die andere Person das tut, was sie tut. Und was hätten wir an ihrer Stelle getan? Was können wir nachempfinden? Oder haben wir selbst in der Vergangenheit sogar noch schlimmer gehandelt?

Natürlich erfordert es viel Selbstdisziplin in überhitzten Situationen lieber einmal kräftig durchzuatmen, bevor man handelt. Aber das Resultat, für dich und dein Umfeld, ist so viel mehr wert. Wenn du selbst entspannter bist und diese Entspannung auch entsprechend auf andere überträgst oder ausstrahlst, werden sie verblüfft sein und können gar nicht mehr sauer sein. Zumindest nicht so sauer, als wenn du ebenfalls polarisiert hättest.
Und genauso sehe ich das beim Thema akzeptieren. Es ist ein Kampf in dir. Ganz allein in dir.
Du selbst entscheidest, ob du dich weiterhin mit der Vergangenheit befassen möchtest, oder nicht. Du selbst weißt am besten, wann die richtige Zeit dafür ist. Wann du dafür bereit bist.
Das kann dir keiner sagen. Das kann keiner für dich übernehmen.
Irgendwann legt sich bei dir ein Schalter um und du wirst die Dinge anders wahrnehmen, als sonst.
Zu akzeptieren ist ein sehr wichtiger step bei der Heilung. Im Grunde genommen hängt dieser step sehr mit step 3 zusammen – nicht zurückblicken.
In step 3 beschreibe ich das Zurückblicken im Zusammenhang mit schmerzhaftem zurückblicken. Mit Trauer und Gefühlen, die dich in deinem Weiterkommen stoppen.
Beim Akzeptieren ist ein positives Zurückblicken gemeint – es ist sogar sehr hilfreich und bringt dir neue Erkenntnisse. Das kannst du aber erst tun, wenn du in der Lage bist objektiver zu beurteilen. Wenn du deine Gefühle etwas runterschrauben kannst. Ein Perspektivwechsel.

Ich bin extrem offen mit meiner Trennung. Ich teile das alles mit euch. Meine Gedanken, meine Gefühle, meine Handlungen und auch meine Schwierigkeiten.
Und auch jetzt möchte ich diesen Brief mit euch teilen. Als ich das Bedürfnis hatte diesen zu schreiben, hab ich nicht einmal darüber nachgedacht wie ich was formuliere. Ich hab diesen Brief einfach in einem mal runter geschrieben. Und ich meine alles exakt so, wie ich es formuliert habe.
Das einzige was ich in dieser Veröffentlichung nicht nennen werde, ist sein Name.
Und nun für euch das wohl persönlichste, das ich seit langem geschrieben habe:

„Hallo geliebter früherer Partner,

es ist mittlerweile über 3 Wochen her, seit Schluss ist. Und es ist so unendlich viel passiert. Du hast mich genau zum schlechtesten Zeitpunkt überhaupt sitzen gelassen – und ich weiß gar nicht ob dir das überhaupt bewusst ist. Vermutlich hat es dich nicht einmal interessiert.
Du hast so mit mir Schluss gemacht, wie ich es nie von dir gedacht hätte. Nicht mal dafür hattest du genug Mut. Dabei wäre es so viel respektvoller gewesen. Du weißt ganz genau wie sehr ich dich geliebt habe.
Innerhalb der kurzen Zeit, die wir miteinander verbringen durften, sind Dinge passiert, die wir beide uns nie erträumt hatten. Wir konnten komplett wir selbst sein, haben uns geöffnet, wie noch nie und uns selbst überwunden.
Das war eine schöne Zeit – ich habe sie sehr genossen.
Ich akzeptiere deine Entscheidung. Ich akzeptiere, dass du nicht mehr die Absicht hast eine Beziehung mit mir zu führen. Ich akzeptiere deinen Wunsch alleine zu sein. Ich akzeptiere es, dich gehen lassen zu müssen.
Ich werde dich jedoch nicht vergessen.
Du hast mir gut getan. Du hast mir gezeigt, dass ich keine Angst haben muss ganz ich selbst zu sein. Du hast mir gezeigt, dass man mich nämlich genauso lieben kann. Und das wichtigste – ich konnte es auch spüren.
Ich danke dir dafür.
Ich danke dir für den Schmerz.

Alles hatte sein Gutes. Alles hat seinen Grund.
Ich werde dich in der Hinsicht nie verstehen können – und das möchte ich auch gar nicht. Aber ich möchte, dass du weißt, dass es okay ist. Du hast nach deinem Empfinden gehandelt und das ist auch gut so. Du hättest mich wesentlich härter verletzt, wenn du damit länger gewartet hättest.
Und ich möchte mich in aller Form dafür entschuldigen, wie ich an jenem Tag zu dir war. Ich habe dich beleidigt – und das war nicht in Ordnung. Das war ebenfalls respektlos. Ich war einfach nur zutiefst gekränkt, aber auch das ist kein Grund für ein solches Verhalten.
Ich wünschte ich wüsste, wie es ausgegangen wäre mit uns, wenn deine Entscheidung nicht so gekommen wäre. Aber es sollte nicht sein.
Ich habe dich aufrichtig geliebt. ich habe dir aufrichtig vertraut. Und ich danke dir, dass du mir gezeigt hast, dass ich das kann.
ich lasse dich los und bin mit mir im Reinen.
Hoffentlich bist du das auch.

Deine Annika“

Wisst ihr, ein Brief kann dir so sehr helfen. Natürlich wird er diesen Brief nie erhalten, er wird ihn nie lesen. Ich habe diesen Brief auch für mich geschrieben, um leichter mit dem Abschluss umzugehen. Um leichter dieses Kapitel zu beenden. Um es friedlich zu beenden. Um mein Gewissen zu erleichtern. Um zu danken. Um zu akzeptieren.
Möchtest du nur auf eine Handlung reduziert werden? Möchtest du, dass man nur das schlechte in dir sieht, nur weil du einmal was falsch gemacht hast? Dich nur einmal nicht richtig verhalten hast? Dir einmal was erlaubt hast, was eine andere Person verletzt hat? Möchtest du wirklich, dass es jemand bei dir tut? Wieso solltest du es bei anderen genauso tun?
Rückblickend kann ich sagen, dass die Zeit mit ihm sehr schön war – ich war lange nicht so glücklich gewesen. Ich konnte ganz ich selbst sein, was ich vorher verlernt habe. Er hat viele meiner Komplexe geheilt – er hat mich wirklich spüren lassen, dass er mich liebt. Und so konnte ich auch wieder wirklich lieben. Und vertrauen. Zu 100%. Ich habe so viel aus der Beziehung gelernt. Ich habe diese Beziehung wirklich genossen. Es war monatelang wunderschön, bis er es beendete.
Ich habe mich immer gefragt wieso er es so schlagartig beendete. Aber das muss ich gar nicht verstehen. Es ist seine Entscheidung gewesen, die ich akzeptiere. Genauso versteht nicht jeder meine Entscheidungen und das ist in Ordnung. Ich muss mich nicht krampfhaft zwingen zu verstehen, ich kann auch einfach akzeptieren. Ich kann nicht in seinen Kopf schauen, ich kann seine Gedankengänge nicht einsehen. Und das ist in Ordnung.
Jeder Mensch kann Gott sei Dank selbst entscheiden, was er möchte. Wieso sollte ich dann sauer auf ihn sein, wenn er das Privileg nutzt? Wieso sollte ich ihn dafür hassen, dass er mich verlassen hat?

Ich habe ihn gekannt, wie keiner zuvor und weiß, wie er ist. Diese eine Handlung werde ich nicht auf seine komplette Person projizieren. Ich werde ihn in guter Erinnerung behalten, weil er mir wirklich gut getan hat und weil er mir viel beigebracht hat. Weil er mir geholfen hat. In meinem Selbstwert, im Mut einfach ich zu sein und mich zu öffnen und meine Liebe und mein Vertrauen weiterzugeben.
Dafür kann ich ihn nicht hassen – ich bin ihm dankbar. Und ich meine es auch so.
Meine Familie redet manchmal schlecht von ihm. Sie stellen immer noch Vermutungen auf, wieso, weshalb und warum er es beendet hat. Und wisst ihr was lustig ist? Ich verteidige ihn.
Schlussendlich hat er etwas normales getan. Natürlich war die Art und Weise nicht perfekt, aber wer ist schon perfekt? Soll ich ihm das jetzt ewig verübeln und meine Energie auf den Hass für ihn verwenden? Abgesehen davon, dass ich ihn nicht hasse?
Wenn ich in der Beziehung so ein Gefühl bekommen hätte wie er, hätte ich es auch beendet. Klar, anders als er, aber letztlich wäre ich zum gleichen Ergebnis gekommen, wie er. Und das verstehe ich – das kann ich nachempfinden.
Ich werde unsere damalige Beziehung immer verteidigen, weil sie wunderschön war.
Das einzig negative war die Art und Weise, wie es endete.

Und genau deshalb tut es mir rückblickend auch so leid, dass ich ihn am Tag der Trennung beleidigt habe. Objektiv betrachtet war auch das respektlos – und so möchte ich nicht sein. Und so wollte ich eigentlich auch nicht sein, aber ich habe in dem Moment nur rot gesehen. Habe nur an mich gedacht. Wie schwer es ihm fiel hatte ich gar nicht bemerkt. Und ich habe ihn beleidigt obwohl ich weiß, dass er Besseres verdient hat, weil er mich immer gut in der Beziehung behandelt hat. Er wird für mich auch immer ein toller und wertvoller Mensch bleiben.

Ohne die Trennung hätte ich mich nie so stark mit meiner Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Ich wäre nie dort, wo ich jetzt bin. Ich wäre nie so weit, wie ich jetzt bin. Ich hätte auch nie sowas geschrieben, wie die letzten Zeilen dort oben. Ich hätte ihn womöglich immer gehasst, obwohl kein Grund dazu besteht. Ich wäre nie so sportlich, wie ich jetzt bin, ich hätte diesen Blog nie gestartet, ich hätte mich nie so gesund ernährt wie heute, ich hätte mich nie so sehr mit meinen weiteren Zielen befasst. Und das wichtigste – ich hätte mich selbst nie so sehr schätzen und lieben gelernt, wie ich es heute tue.

Schritt 4: Akzeptiere, was geschehen ist

Anfangs habe ich mir meinen Brief 2-3 mal am Tag durchgelesen. Je öfter ich es gelesen habe, desto überzeugter wurde ich auch. Denn es stimmte ja alles, was ich geschrieben hatte.
Wiederholtes Lesen hilft um sich Dinge einzuprägen. Rufe dir das ins Gedächtnis und nicht die Erinnerung, die du an jemanden oder etwas hast. Schreibe herunter, inwiefern dich ein Erlebnis positiv geprägt hat. Was hat es aus dir gemacht? Was hast du daraus gelernt? Was hättest du alles nicht erlebt oder getan, wenn dieses Erlebnis nicht gewesen wäre? Welche wertvolle Person hättest du vielleicht nicht kennengelernt? Welches Hobby hättest du vielleicht nicht für dich entdeckt? Wo wärst du heute, wenn das Erlebnis nicht wäre? Positiv. Immer nur positiv.

Alles was dir widerfährt formt dich zu einer anderen Persönlichkeit. Wir müssen wandlungsfähig bleiben.

„Indem du nachgiebig bleibst und lernst, dich jeder Situation anzupassen, bleibst du lebendig und bewahrst dein Herz vor Starre!“ – Aljoscha Long (aus Die 7 Geheimnisse der Schildkröte)

Akzeptanz ist ein Schritt zum Loslassen. Natürlich kannst du deine Gefühle nicht von heute auf morgen abstellen – schön wär’s – aber du kannst dich Schritt für Schritt von etwas lösen. Es braucht Zeit. Und auch dort sollten wir uns selbst nicht bestrafen. Wir sollten uns nicht stressen, wenn unser Kopf weiter ist als unser Herz. Das Herz wurde gebrochen oder verletzt, aber es ist nicht kaputt. Es heilt von innen – wir können es unterstützen. Und wir sollten es auch unterstützen.
Sobald du für dich erkennst, dass du keinen Grund mehr hast zu hinterfragen, weshalb gerade dir sowas passieren musste und es bewusst so wahrnimmst, ändert sich automatisch dein Unterbewusstsein und dadurch dein denken. Deine Handlungen. Wir haben ein so mächtiges Unterbewusstsein. Und du liegst falsch wenn du denkst, dass du dein Unterbewusstsein nicht kontrollieren kannst. Wir haben selbst die Macht unser Unterbewusstsein zu zügeln. Es braucht nur das richtige Futter und deine Überzeugung.
Es ist alles in dir.

„Je mehr wir uns allerdings verweigern, je mehr wir uns beschweren und nicht akzeptieren, was uns geschehen ist, desto eher wird unser Weg im Dunkel bleiben, denn alle Erfahrungen sind tief in uns verwurzelt. Der Moment, in dem wir all das zunächst akzeptieren und den Grund finden, was nun für andere nützlich und sinnvoll in unserem Kampf und all dem Schmerz ist, kann sehr heilsam sein.
Wir verwandeln etwas, das für uns hässlich sein mag, in etwas Wunderschönes und Inspirierendes für andere. Wenn das, was du durchlebt hast, eine Inspiration für andere Menschen ist, waren der ganze Schmerz und das Leid es wert. Jedes Kapitel deines Lebensbuches wird ein neues Du erfordern, und umblättern kannst du erst, wenn du erkannt hast, dass auch das Zerbrechen wichtig war, um eine neue Version von dir selbst zu kreieren. “ – Tobias Beck (aus Unbox your life)

2 Kommentare zu „step 4

  1. Ich finde es toll, dass Du durch Deine Herangehensweise offensichtlich viel neue Kraft geschöpft hast. Und das Alte hinter Dir lassen kannst. Vor allem aber offen bist für Neues und noch dazu nicht „einfach weiter machst“, sondern ein gnadenlos fieses Erlebnis im Leben dazu nutzt, Dich persönlich weiter zu entwickeln. Meinen tiefen Respekt. Frauen gehen mit Schmerzen oft ganz anders um als Du. Ich habe im Laufe meiner vielen Begegnungen mit Frauen einige erlebt, die aktiv in einer psychischen Behandlung waren. Das ist wirklich nicht selten. Damals konnte ich das kaum nachvollziehen. Inzwischen ist mir allerdings klar, dass wir Menschen viel zu wenig im mentalen Bereich erzogen bzw. gebildet werden. Wir werden für gewöhnlich mit unseren Problemen alleine gelassen. Wir bekommen die tollsten Lösungsansätze für Gleichungen mit 2 oder 3 Unbekannten eingeimpft, aber was wir mit Lebensproblemen oder Schicksalsschlägen tun sollten? Sagt uns keiner und bringt uns keiner bei! Bis wir uns selbst auf den Weg machen.
    Dann allerdings hält uns kaum mehr etwas auf. Und den Eindruck habe ich bei Dir. Es ist toll endlich mal einen Blog zu finden, dessen Autorin ähnlich schwingt wie ich. Außerdem ähneln sich auch unsere jüngsten Erlebnisse in Sachen Beziehungsende doch sehr.
    Und beide gehen wir gestärkt daraus hervor.
    Mach weiter so!
    PS: Nur in Schutz nehmen und verteidigen werde ich niemanden, der mir Leid antat. Alles hat dann auch mal eine Grenze. Gut, dass Du keinen Groll mehr gegen ihn hegst, gut auch, dass Du keine bösen Worte mehr über ihn verlierst… Aber etwas derartiges zu verteidigen halte ich für grotesk.
    Mir ist, wie gesagt, etwas ganz ähnliches passiert. Ich hege keinen Groll gegen sie. Soll sie tun was sie will. Aber es war „falsch“, aus meiner Sicht. Und deswegen verteidige ich weder ihr Handeln noch sie selbst. Aber auch da gilt: Wenn das so für Dich besser ist, dann tue das. Das ist der wichtigste Gradmesser. Mein Ding wäre das an der Stelle eben nicht. Aber das ist vielleicht auch nur ein nicht so wichtiges Detail… Wer weiß. 🙂 Anderseits habe ich selbst, als ich heraus fand, dass sie mir fremd geht, keinerlei böses Wort verloren. Ich habe sie getröstet und beruhigt und habe mich bis heute friedlich und ruhig verhalten. Eine Fähigkeit, die ich Eckhart Tolle zu verdanken habe. Vielleicht wäre das etwas für Dich, der Autor…? Wenn Du auf Beck stehst. Geht in die Richtung. Nur wesentlich elementarer. Tiefer liegend, sozusagen. Ich blieb so ruhig, dass es für sie fast unglaublich war. Sagte sie mir später. Aber ich kenne meinen Wert. Auch genau in jener Sekunde damals. Und ich weiß, dass ich besseres verdient habe als jene Sache und auch besseres als sie. Deswegen hätte ich mich gar nicht negativ auslassen können.
    Noch einmal würde Dir das vermutlich nicht mehr passieren, dass Du etwas über die Strenge schlägst. So weit wie Du nun bist. Habe ich das Gefühl. Top!

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    1. Vielen Dank für das kritische Feedback! Das lese ich doch am liebsten.
      Ja, sehe ich genauso wie du dass wir gar nicht mental gebildet werden. Wir werden alleine gelassen und die die uns helfen sind dann unser Umfeld oder im schlimmsten Fall sucht man sich professionelle Hilfe. Da ist unser System einfach kacke! Kann man nichts anderes zu sagen. Dabei ist Selbstfürsorge und mentale Gesundheit so wichtig.
      Ich habe aus all dem Kraft geschöpft – und wie. Bin komplett im Reinen mit mir.
      Diesen Eckhart muss ich mir mal anschauen. Danke für den Tipp! Habe ich bei dir ja bereits auch schon gelesen den Namen 😊
      Und zu deiner Meinung: Kann deine Sichtweise total nachempfinden. Ich finde es auch falsch, wie er es getan hat, aber ich verteidige ihn vor anderen, dass er es getan hat. Sie rätseln weiter über das „warum“ – während das keine Rolle spielt. Nie gespielt hat. Die Art und Weise war falsch, aber er kann tun und lassen, was er möchte. Und das akzeptiere auch und respektiere ich auch. Darum ging es mir. Ich habe ihm einfach verziehen, damit ich in Frieden abschließen kann. Und ja vielleicht geht jeder anders damit um und das ist auch in Ordnung so.😊 Deine Story ist vom Inhalt her auch eine andere. Fremdgehen ist nicht zu entschuldigen – das ist in jeder Hinsicht falsch und nicht zu verteidigen. Kann ich total verstehen. Finde es aber super, wie du damit umgegangen bist! Respekt! Ich hoffe ich könnte das auch so umsetzen – aber wir blicken ja positiv in die Zukunft.😉
      Selbstverständlich hat jeder Mensch nur das beste verdient – du und ich auch. Und das wird noch kommen.
      Ich danke dir auf jeden Fall für dein umfangreiches Feedback! Immer eine Freude! 😊

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