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Lebe im Jetzt!

Dieses Thema ist mir besonders wichtig, weil ich es selbst nie gelebt habe – das Jetzt. Und es fällt schwer von alten Gewohnheiten loszulassen.

Vorweg: natürlich bist du die Summe aus deinen Erfahrungen, aus der Vergangenheit. Natürlich hat dich deine Vergangenheit geformt, geprägt und zu dir selbst gemacht. Mit all deinen Charakterzügen, deinen Vorstellungen und Erwartungen, wo wir schon zum nächsten Teil kommen – der Zukunft. Die Zukunft, die du dir erhoffst, wünschst und erträumst.
Doch was genau ist die Vergangenheit und was genau ist die Zukunft in diesem Moment? In diesem Augenblick?
Nichts weiter als Illusionen und Phantome in deinem Kopf.
Es ist nichts Reales. Deine Vergangenheit ist gelebt und deine Zukunft nur ein Bild in deinem Kopf – nur eine Vorstellung, was alles sein könnte, nicht aber, was genau jetzt gerade ist.
Und stell dir mal selbst die Frage, wie oft du wirklich im Jetzt lebst. Ganz bewusst.

Wir denken morgens bereits an die Zukunft – an die Pläne des Tages, an das Wochenende, die kommenden Wochen und Monate, Geburtstage, Feiertage, Urlaube oder Ereignisse, die in der Zukunft liegen. Wir arbeiten auf das Gehalt hin, auf den Feierabend, auf die Rente.

Bei Fragestellungen werden wir automatisch geprägt durch Erlebnisse und Erfahrungen – damals war das so, bei meiner Familie lief das mal folgendermaßen, ich hab mal dieses und jenes darüber gehört und so weiter. Aber leben wir wirklich bewusst im hier und jetzt? Leben wir wirklich nach unserem aktuellen Empfinden, oder werden wir vielmehr jeden Tag und jede Sekunde beeinflusst von Illusionen und Phantomen, die wir uns selbst erschaffen? Unbewusst in uns drin. Unbewusst in jeder Handlung. In jedem Gedanken.
Es ist paradox sich darüber Gedanken zu machen. Es ist verwirrend, wenn wir das ganze mal aus einer Vogelperspektive betrachten. Es ist verrückt, wie sehr wir uns selbst in die Pfanne hauen und wie wenig wir es doch merken.
Nehmen wir doch mal ein ganz einfaches Beispiel. Ich habe mich dazu entschlossen den Trainerschein zu machen. Bei der Entscheidung, viel Geld auszugeben, mein Wochenende zu opfern und wieder lernen zu müssen, habe ich mir unzählige Gedanken gemacht. Ich habe Tage, Wochen mit Nachdenken verschwendet über Dinge, die vermutlich niemals eintreffen werden.
Ich habe mich gefragt, ob es das Geld wert ist oder ob ich es nicht lieber beiseite legen sollte, nur für den Fall der Fälle. Man könnte ja eventuell etwas anderes brauchen, was man sich von dem Geld kaufen könnte.
Dasselbe gilt für die freien Wochenenden, die ich mir dadurch blocken muss. Was, wenn ich die Zeit brauche für irgendwas, was eintreffen könnte? Was, wenn ich krank werde und mich auskurieren muss? Was, wenn mich spontan eine alte Freundin sehen möchte? Was, wenn sich irgendeine andere Möglichkeit ergeben könnte?
Oder der Lernstoff. Werden die Dozenten mir den Stoff überhaupt sinnvoll vermitteln können? Sind diese kompetent genug, oder wie Dozent XY damals? Werde ich den Lernstoff je anwenden oder brauchen können? Werde ich es überhaupt schaffen, all das zu lernen und die Prüfungen bestehen? Werde ich wieder scheitern? Ist es mir das wert? Ist der Stress und Aufwand mir das alles wert?
Fragen über Fragen, die mir meine Angst und mein angekratztes Ego gestellt haben.
Das alles ist ganz automatisch in mir passiert.
Und welche Gelegenheit hätte ich mir da entgehen lassen, hätte ich auf meine Illusionen gehört.

Es geht nicht darum, sich Vergangenes oder was-wäre-wenn-Geschehnisse hinzugeben. Wie dumm wäre das?
Wenn man im Augenblick Lust auf etwas hat, wenn man etwas ausprobieren möchte und unsicher ist, darf man sich nicht von solchen Gedanken leiten lassen. Man darf diese Gedanken aber auch nicht ignorieren.

Ich lese derzeit ein fantastisches Buch von Eckhart Tolle, der sich mit dem Bewusstsein im Jetzt auseinandergesetzt hat.
Was rät er dir?
Beobachte deinen Verstand. Kapsel dich von dem Gedanken ab und beobachte ihn einfach bloß. Analysiere ihn nicht, beurteile ihn nicht, beobachte ihn bloß. In dem Moment, in dem du dich davon distanzierst, distanzierst du dich von dem Ich, das aus deiner Vergangenheit und deiner Zukunft erschaffen wurde.
Das klingt vielleicht erstmal schwer und banal, aber versuche dich mal an einen Moment in deinem Leben zu erinnern, wo du voller Euphorie etwas vorhattest und von einem Gedanken gestoppt wurdest. Das kann zum Beispiel ein Moment sein, wo du eine Person küssen wolltest, dich aber nicht getraut hast, aus Gründen, die dein erschaffenes Illusionen-Ich geschaffen hat. Wie viele Chancen hättest du vermutlich längst genutzt? Wie sehr wärst du aus diesen Situationen gewachsen? Wie viel hättest du daraus gelernt? Aber umso wichtiger – wie sehr hättest du den Moment – das Jetzt – einfach gelebt? Nach deinem Empfinden, wie es zu der Zeit eben war?
Wie hatte Herr Tolle es so schön formuliert…

„Du siehst und beurteilst die Gegenwart durch die Augen der Vergangenheit – das verzerrt die Sicht völlig.“

Wie wahr ist das? Wie glasklar ist es eigentlich? Aber wie vernebelt handeln wir? Vernebelt, von unserem inneren Ich, das nicht ausgelöscht werden möchte.

Ich glaube ich kann sehr gut von mir behaupten, dass das, was ich mir für dieses Jahr eigentlich mal vorgenommen hatte, nicht eingetreten ist. Alles was geplant war, wurde von heute auf morgen zerstört.
Zu Jahresbeginn wirkte für mich alles so wie immer. Ich war in meiner alten Beziehung, wir würden endlich mal wieder Urlaub buchen und ich würde meine Arbeit weiter ausführen, nichts weiter. Ich dachte das wär’s.
Und dann habe ich letzten Frühling doch Schluss gemacht und eine neue Beziehung angefangen (siehe dazu meine step-by-step-Anleitung) und ich dachte auch dann, das wär’s – der Mann meines Lebens. Ich dachte ich würde zu ihm ziehen und ich dachte auch da, dass wir gemeinsam in den Urlaub fahren werden – noch viele tolle Dinge miteinander erleben würden. Ja, ich dachte sogar an Hochzeit und gemeinsame Kinder…
Aber auch das endete plötzlich.
Ich musste alles umstrukturieren.
Ich musste im Jetzt leben.
Ich musste im Jetzt handeln.
Mir blieb nichts anderes übrig.
Meine Zukunft wurde innerhalb einer Sekunde zerstört. Gegen meinen Willen, von einer anderen Person. Ohne meine Macht. Ohne meinen Einfluss.

Wieso tun wir dies nur in Extremsituationen? Wieso handeln wir nur im Jetzt, wenn es wirklich sein muss? Oder wieso neigen wir dazu nur in solchen Situationen?
Wieso geben wir uns irgendwann dem Alltag hin und leben nur noch für irgendwelche Ereignisse, die wir selbst planen, die in weiter Zukunft liegen? Die wir uns wünschen, aber nicht wissen, ob es so eintreten wird, weil wir nicht entsprechend handeln?
Wieso nutzen wir nicht ganz bewusst jeden Tag so wie er kommt?
Wieso nutzen wir nicht ganz bewusst all unsere Ressourcen, die wir haben?
Jeden Tag, jede Sekunde?
Wieso nutzen wir nicht diese wertvolle Zeit, die wir haben? Jenseits unserer Gedanken der Zukunft? Jenseits unseren Phantomen der Vergangenheit?
Und wieso akzeptieren wir dann nicht Erlebnisse und Geschehnisse einfach – so wie sie eben eintreffen – weil wir sowieso nichts daran ändern können?

Sobald etwas passiert ist, ist es der Logik nach Vergangenes. Es ist unsere Vergangenheit. Passiert. Nicht zu ändern. Erlebt. Vorbei.
Gedanken sind nur Gedanken, die wir selbst steuern können. Wir können unsere Phantome und Illusionen genauso veräppeln, wie sie uns. Indem wir einfach objektiv beobachten und uns so davon distanzieren.
Gefühle brauchen natürlich Zeit, um zu heilen. Aber bringt es dann etwas, ständig zurückzublicken? Nein. Ich genieße weiterhin jeden Moment, jede Situation die kommt und würde doch nie auf die Idee kommen Typen mit meinem Ex zu vergleichen – was wäre wenn er mich genauso links liegen lässt wie er damals? Was, wenn es erneut geschieht? Was, wenn ich denselben Fehler nochmal mache?
Solche Gedanken stoppen dich vor unglaublichen Chancen. Und das kannst du auf alle Bereiche im Leben anwenden.

Ich meine natürlich kommt man nicht drum herum gewisse Dinge zu planen, aber wieso wartet man dann darauf, bis man vermeidlich den Spaß seines Lebens hat? Wenn man sich zum Beispiel auf einen Urlaub freut, wieso gestaltet man sich nicht gleich jeden Tag so, wie man es will, damit es sich wie Urlaub anfühlt?
Wieso freut man sich auf eine Verabredung zum Essen gehen so derartig aufs Essen und stellt sich selbst nicht mal in die Küche, probiert etwas Neues aus und tut sich selbst was Gutes mit gutem Essen?
Wieso fiebert man auf einen Geburtstag hin, anstatt ab und an kleine Geschenke an Andere oder sich selbst zu machen?

Ganz banal gesagt: Wieso leben wir nicht jeden Tag so, als wäre es der Letzte?

Stell dir bitte selbst die Frage, ob das Leben, das du momentan führst, dein Traumleben ist. Tust du etwas dafür, damit es in die Richtung geht? Bist du wirklich glücklich damit? Möchtest du rein gar nichts verändern? Möchtest du genauso weitermachen?
Darum geht es mir.
Wir selbst sind für unser Leben verantwortlich.
Andere werden so gut wie nie eingreifen und uns unser Traumleben erfüllen können.
Manchmal muss man nur an 2, 3 Schrauben drehen, etwas Kraft und Zeit investieren und lebt dann um das Tausendfache glücklicher als vorher.
Nur dafür benötigen wir das gewisse Bewusstsein für das hier und jetzt.

Was ist jetzt möglich?
Was kann ich heute tun?
Was kann ich in dieser Sekunde tun?

Verschwende und vergifte deine so wertvolle und begrenzte Zeit nicht mit der Vergangenheit und genauso wenig mit der Zukunft, die du dir bloß vorstellen kannst.
Lebe stattdessen im Jetzt und gebe jeder Minute eine Chance, anstatt alles zu durchdenken, zu vergleichen und gleich abzulehnen, nur weil irgendetwas eintreffen könnte, was mal damals war oder wie du es dir in deinen Ängsten ausmalst.

Wo kann ich jetzt ansetzen, wie kann ich jetzt denken, wie kann ich jetzt fühlen und handeln, um glücklicher zu sein und offener durch das Leben zu laufen?
Lasse es einfach mal auf dich zukommen.

Jeder Tag zählt.

3 Kommentare zu „Lebe im Jetzt!

  1. Einen sehr schönen Beitrag hast du da geschrieben, ich kenne Eckhart Tolle und viele seiner Bücher. Sehr inspirierend, vorallem sehr klar. Es fällt mir trotzdem schwer vieles davon umzusetzen bzw.zu leben. Ich weiß aber auch, dass es dieses Bewusstsein in uns Menschen gibt, das diese Verschleierungen entlarven kann. LG Tete

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank! Ja, es erfordert einfach eine Umstellung die viel anspruchsvoller ist, als sein Verhalten zu ändern, denn diese Umstellung geschieht im Kopf – in der Grundeinstellung von uns.
      Probiere es bei kleinen Dingen aus, Übung macht den Meister.
      LG zurück!

      Gefällt 1 Person

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