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Sei dankbar für alles

Viele verbinden Dankbarkeit mit positiven Erlebnissen oder wenn man jemandem etwas Gutes tut oder einen Gefallen. Dabei geht es längst nicht nur darum.
Ich bin extrem dankbar für alles. Sei es positiv oder negativ, wobei ich sagen muss, dass ich dankbarer für die negativen Erlebnisse bin.

Bist du dankbar?
Und wie meine ich das?

Ich meine es nicht so, dass du dich bedankst, weil es die Höflichkeit so will. Ich meine wirkliche Dankbarkeit, die von innen kommt, die dich weiterbringt, die dir etwas nützt.
Ich meine diese Art von Dankbarkeit, die dich erwartet, sobald du etwas halbwegs verarbeitet oder akzeptiert hast.

Ich bin sehr im Reinen mit mir, weil ich dankbar bin.
Nehmen wir bloß die Geschichte mit meinem Ex als Beispiel. Ich bin mir sehr sicher, dass die meisten von euch eine andere Meinung über meinen Ex hätten. Vielleicht Empfindungen wie Hass, „Der kann mich mal“ oder „Arsch“. Ich kann gut behaupten, dass ich relativ neutral ihm gegenüber stehe. Ich bin ihm gar nicht böse für das was passiert ist oder wünsche ihm nur schlechtes oder hasse ihn – um Gottes Willen. Ich bin ihm dankbar dafür, was er mir angetan hat. Ich bin ihm dankbar für die Gefühle, die er in mir ausgelöst hat. Ich bin ihm dankbar für sein Verhalten. Ich bin ihm dankbar für seine Existenz. Ich wünsche ihm nur das Beste! Ich wünsche ihm Glück und Lebensfreude, dass er alles bekommt, was er sich wünscht. Ich könnte normal mit ihm umgehen, wenn ich wollte, als wäre nie was gewesen.

Es wird immer Personen, Erlebnisse und Situationen in deinem Leben geben, die dich sehr prägen werden oder geprägt haben. Nun haben wir zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: Hass & „Karma“
Relativ simpel. Wir denken schlecht über diese Person, hassen diese Person, wünschen ihr nur schlechtes, weil Sie uns XY angetan hat. Wir bereuen alles, stellen uns selbst in Frage, wie wir auf diese Person reinfallen konnten. Wir betiteln gemeinsame Zeit als „Verschwendung“, heulen rum und übertragen das Verhalten dieser einen Person auf alle anderen Personen, die sich potentiell so verhalten könnten. Wir blicken nicht positiv zurück, wir hassen das Erlebte. Wir hassen uns selbst ein wenig dafür. Wir tragen Hass in uns und sagen Dinge wie „Karma regelt“. Wir wollen nicht verarbeiten oder akzeptieren, wir reden weiterhin schlecht darüber. Wir können uns nicht weiterentwickeln oder einer anderen Person/Situation eine Chance geben, weil wir noch zu sehr in der Vergangenheit leben, weil „alle gleich sind“ – Verallgemeinerungen sind unser Freund, unsere Ausrede für alles.

Möglichkeit 2: Vergebung & Dankbarkeit
Ebenfalls simpel, erfordert jedoch ein gewisses Know-How. Wir reden positiv über diese Person, wünschen ihr nur gutes, gerade für alles, was war. Wir bereuen nichts, sind dankbar für das Erlebte und wachsen aus dieser Erfahrung. Wir betiteln gemeinsame Zeit als Geschenk, lächeln, wenn wir darüber sprechen und reflektieren das Erlebte ganz objektiv. Wir blicken positiv zurück, akzeptieren das Erlebte und ziehen Erkenntnisse daraus. Wir lieben uns, weil wir keine Schuld daran haben, was passiert. Wir tragen Selbstliebe in uns, verarbeiten und akzeptieren automatisch um im Reinen mit uns selbst zu kommen. Wir betrachten jede neue Chance ganz offen und neutral, ohne Einfluss des Vergangenen. Verallgemeinerungen gibt es nicht, jedes Individuum hat eine Chance verdient. Wir sind nicht naiv, weil wir all das tun, wir schließen in Frieden damit ab, um keinen Hass in uns zu tragen. Wir besiegen Hass mit Liebe.

Na, welche Möglichkeit hört sich besser an?
Hast du dich wiedererkannt?

Ich weiß, dass es in emotionalen Momenten sehr schwer sein kann reflektiert zu handeln. Auch ich habe dies nicht getan, jedoch kam es bei mir einige Zeit später. Ich habe einfach erkannt, wie wenig mir der Hass nützt. Und wisst ihr was? Je mehr ich mich mit der Persönlichkeitsentwicklung auseinandergesetzt habe, desto weniger konnte ich Hass empfinden. Es war einfach nur komplett unlogisch und wurde Woche für Woche immer unlogischer. Irgendwann legte sich bei mir ein Schalter um und ich erkannte, dass Dankbarkeit der Schlüssel ist. Dankbarkeit meinetwegen. Und Dankbarkeit benötigt die Fähigkeit zu Verzeihen. Nicht der anderen Person wegen, nicht weil Sie darum bettelt oder sich entschuldigt, es verdient oder nicht verdient, sondern ganz allein deinetwegen. Deiner selbst wegen. Dir zuliebe. So simpel. Es erfordert nicht mal eine Entschuldigung der Person, die dich verletzt hat, es erfordert nur deine eigene Entschuldigung – an dich selbst. Eine Entschuldigung, wieso du dir solche Gedanken antust, wieso du negative Gefühle wie Hass an dich heranlässt. Eine Entschuldigung, die du dir selbst widmest und es auch völlig so meinst.

In dem Moment, wo du dich für deine eigene Einstellung an dieser Sache entschuldigst, wird sich so viel in dir tun. Die Negativität hört auf, die Gedanken wechseln die Richtung, deine Gefühle neutralisieren sich, du selbst liebst und schätzt dich mehr und mehr.

Dabei solltest du dir andere Fragen stellen.
Fragen wie: Was habe ich aus dieser Erfahrung mitgenommen? Wie sehr konnte ich daraus wachsen? Was habe ich für mich gelernt?
Reflektierter handeln und überlegen: Wie hätte ich in dieser Situation gehandelt? Was hätte ich vermutlich auch falsch gemacht?
Und vor allem selbstliebend: Was bringt mir dieser Hass? Was bringen mir diese negativen Gedanken? Was bringt mir dieses Selbstmitleid? Was könnte Liebe bewirken? Was könnte Verzeihen bewirken? Was könnte die Akzeptanz hervorbringen? Wie möchte ich in die Zukunft blicken?

Jeder hat diesen riesigen Sack Ballast auf seinem Rücken.
Wir können den Sack nicht komplett von heute auf morgen loswerden, aber mit der Zeit lassen wir los und der Sack wird leerer, es wird leichter zu laufen, leichter nach vorn zu blicken, aufrecht zu stehen und selbstbewusster zu werden. Tag für Tag. Es wird leichter andere offen und ohne Vorurteile in dein Leben zu lassen, ohne Einflussnahme der Vergangenheit, denn damit wirst du abgeschlossen haben.

Denk immer daran was es dir bringt, wenn du gewisse Gedanken oder Gefühle hast.
Denk immer erst an dich.
Denk an deinen inneren Frieden, an deine innere Ruhe.
All der Hass, all der Groll ist vergänglich, du musst es nur einsehen und wollen.
Du musst dir selbst verzeihen können, der Rest ergibt sich von allein.
Sei dankbar für das Erlebte. Sei dankbar für all die Erfahrungen und Lektionen, die du daraus sammeln konntest. Sei dankbar für diese unglaublich tollen Gefühle, die du mal empfunden hast, die du empfinden konntest, weil du sowas zugelassen hast. Sei dankbar für alles und jeden in deiner Vergangenheit, ansonsten wärst du eben nicht du. Du wärst nicht dieser jemand mit all den Ecken und Kanten, all diesen hervorragenden Eigenschaften, all diesen Weisheiten, all dieser Stärke, wenn all das eben nicht gewesen wäre. Vielleicht hättest du gewisse Dinge nicht getan, wenn ein Erlebnis oder eine Person nicht gewesen wäre. Hinterfrage es mal ganz objektiv. Betrachte das Erlebte von oben und beobachte. Ziehe hilfreiche Erkenntnisse daraus und helfe anderen im Umgang mit ähnlichen Erlebnissen.

Dankbarkeit geht nicht Hand in Hand mit positiven Erlebnissen, schlag dir das aus dem Kopf. Wer sagt denn, dass du nur dankbar sein darfst, wenn etwas tolles passiert? Wer sagt, dass dir ansonsten nichts anderes übrig bleibt als jemanden für etwas zu hassen oder zu ignorieren, bloß weil du damit nicht einverstanden bist? Sei offener, sei reflektierter, sei objektiver.
Denk dabei immer an dich. Besteh nicht aus Wut, Ärger oder Negativität.
Arbeite an dir. Arbeite an dir für dich selbst. Für ein besseres Wohlbefinden. Alles was du tust, tust du für dich, sei dir dem bewusst.

Sei einfach dankbar und alles wird besser, alles wird gut. Alles wird leichter und alles wird erträglicher, befreiender.
Und das schönste: Du selbst bist mit dir im Reinen und keiner kann dir was!

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