Step 6

Schritt 6:

Immer dranbleiben!

Okay wow, step 5 ist bereits Monate her. Step 5 lautete: Arbeite an deiner Selbstdisziplin. Es ist übrigens völlig legitim, dass ihr bis heute keinen neuen step lesen durftet, denn Selbstdisziplin baut man nicht innerhalb von ein paar Tagen auf – schön wärs! Meine step by step Anleitung ist so gesehen live, Momentaufnahmen meines Lebens. Ich schreibe die steps, indem ich sie selbst durchlebt habe. Es ist in den letzten 8 Monaten verdammt viel bei mir passiert und meine Disziplin wurde auf die Probe gestellt. Ich habe mehrere Challenges vom Universum gestellt bekommen und durfte mich selbst testen.

Habe ich richtig gehandelt? Habe ich das, was ich gelernt habe, erfolgreich umgesetzt? Bin ich mir treu geblieben? Habe ich mich zwischendrin selbst verloren?

Die Antworten: Keine Ahnung ob ich richtig gehandelt habe, keine Ahnung ob ich alles erfolgreich umgesetzt habe. Aber ja, ich bin mir treu geblieben und ja, ich habe mich ebenfalls zwischendrin verloren. Aber wisst ihr was? Ich habe mich auch wiedergefunden!

Die größten Faktoren, die mich die letzten Wochen begleitet haben waren Schmerz und Liebe. Ziemlich widersprüchlich, oder?

Ich habe jedoch gelernt, dass Liebe alles ist. Liebe ist so viel stärker, als jedes andere Gefühl. Liebe gibt dir so viel, lehrt dich so viel, bringt dich weiter und stärkt dich und deine Mitmenschen auf eine andere Art und Weise. Ich habe jeden, den ich kennengelernt habe, mit Liebe kennengelernt. Nämlich so, wie ich möchte, dass man mich kennenlernt, wenn man denn die Absicht hat. Mir ist völlig gleich, wer da vor mir steht oder wer mich anschreibt. Ich begegne jedem gleich. Ich möchte jeden so behandeln, wie ich behandelt werden möchte und ich erwarte im Gegenzug gar nichts. Ich erwarte nichts, ich fordere nichts und ich habe auch keine schlimme Absichten oder mache Anderen etwas vor. Ich liebe mich und kann andere ganz unvoreingenommen kennenlernen. Ich habe keine Vorurteile oder handle vorschnell, ich lasse mich nicht von anderen beeinflussen oder mir was einreden.

Ich kann voller stolz behaupten, dass ich weiß wer ich bin und was ich möchte. Ich habe so viele Facetten von mir kennengelernt und bin dankbarer und empathischer als vorher. Man weiß nie, welche Geschichte dein Gegenüber bislang geschrieben hat. Man weiß nie, was dieser Jemand gerade durchmacht oder fühlt.

Und dann wäre da noch Schmerz. Der gute alte Schmerz, der dich im Leben nie im Stich lassen wird. Ich habe den Schmerz zu schätzen gelernt. Ich habe gelernt, dass wir alle Zerbrechen müssen, um ein neues Ich zu kreieren, eine neue Version unserer Selbst. Dadurch, dass ich den Schmerz wertschätze, fürchte ich ihn nicht. Ich weiß, dass er hinter jeder Tür lauern könnte, ich weiß, dass er überall auf mich warten könnte, mir vielleicht schon ganz nah ist. Ich weiß, dass ich ihn sogar selbst einladen könnte, wenn ich mich oder andere verletze. Ich weiß aber ebenfalls, dass er in weiter Ferne sein könnte. Ich fürchte ihn nicht, er ist ein treuer und wichtiger Wegbegleiter geworden.

Meiner Meinung nach lehrt uns nichts so viel wie Schmerz. Wir müssen mutig genug sein um ihn auch zu spüren. Wir dürfen und sollten uns nicht versuchen abzulenken, wenn er uns besucht. Wir müssen ihn fühlen. Wir müssen da durch. Wir müssen komplett am Boden sein, um zu uns selbst zu finden. Das kann ich behaupten, weil ich eine frische Trennung hinter mir habe. Ich habe mich für mich entschieden, anstatt für eine Beziehung. Ich habe mich für meinen Weg entschieden, den ich alleine gehen muss, um erfolgreicher und stärker zu werden, um mir treu zu bleiben, um ich zu bleiben und zu wachsen. Immer weiter und immer mehr. Sozusagen eine Liebeserklärung an mich selbst.

Es fiel mir absolut nicht leicht. Es war womöglich die schwerste Entscheidung, die ich in den letzten Monaten treffen musste. Es war aber auch die richtige Entscheidung. Ich musste nicht nur mich verletzen, sondern auch die Person, die mich liebte. Und mit dieser Art Schmerz klarzukommen, war mir völlig neu. Es war die Hölle. Ist es immer noch. Es war ein hin und her, ein Gedankenkarussel, ein Gefühlschaos und die größte Herausforderung in diesem Jahr – zumindest bis jetzt.

Andere zu verletzen ist nie leicht. Erst recht nicht, wenn sie dir nichts angetan haben. Und damit zu leben, dass ein anderer traurig ist und ihn weinen zu sehen, sein Herz zerbrechen zu hören und nichts dagegen tun zu können, tut unendlich weh. Stark zu bleiben, kontrolliert zu sein, um es dem Anderen etwas zu erleichtern. Konsequent zu sein und nicht einzuknicken. Die Doofe zu sein, weil man die Böse war. Die, die alles beendet hat, die, die einen Menschen verletzt hat. Ich muss mit dieser Entscheidung leben. Auch wenn ich weiß, dass ich richtig gehandelt habe, lässt es mich nicht kalt. Ich weiß, dass es nicht nur das beste für mich war, sondern auch für ihn. So eine furchtlose und bedingungslose Liebe die er mit gab, konnte ich einfach nicht erwidern. Falsches Timing, so bescheuert es auch klingt.

Ich habe ebenfalls lernen müssen, dass es in Ordnung ist, wenn man sich ein oder zwei Wochen hängen lässt. Auch das ist wichtig um neue Kraft zu schöpfen. Aber wisst ihr was dann noch wichtiger ist? Sich nicht in dieses Gefühl zu verlieben – Selbstmitleid und Frust. Sie zerren an dir, sie wollen dich dabehalten, aber du darfst dort nicht verweilen. Zähne zusammenbeißen und weitermachen. Den Kopf wieder nach vorn richten, deine letzte Kraft zusammennehmen und alles geben. Dich an deine Ziele erinnern. Jeden Tag aufs Neue. Dafür leben wir doch – für unsere gesetzten Ziele.

Die Wunden sind natürlich noch frisch. Wisst ihr, ich habe tolle Freunde und eine tolle Familie, die auf ihre Art für mich da ist, mich unterstützt und mir beiseite steht. Aber all das würde allein nie ausreichen. Der bestimmende Faktor bist immer noch du selbst. Wenn du selbst nicht handelst, dich nicht aufraffst oder aufraffen möchtest, wenn du es selbst nicht einsiehst, wenn du selbst nicht erkennst, was du ändern musst, wird es dich langfristig nicht zum Erfolg führen. Es wird dich langfristig nicht glücklich machen. Und du wirst mit Dingen langfristig auch nicht abschließen können. Ich rufe mir immer wieder ins Gedächtnis wieso ich die Dinge tue oder tun muss. Ich selbst bin für mein Leben verantwortlich. Ich kann nicht einfach die Beziehung zu mir selbst beenden und mich verlassen, einfach gehen. Schlussendlich schaue ich in den Spiegel und sehe das Jetzt. Mache ich täglich Sachen, die mich zur Zielerreichung führen? Gebe ich alles, um die Person zu werden, die ich sein will? Belüge ich mich jeden Tag selbst oder verarsche ich mich sogar? Völlig irrsinniger Vergleich, aber die komplizierteste Beziehung führen wir mit uns selbst. Und wer möchte in einer Beziehung sein, wo Lügen und Verarsche das Tagesgeschäft sind? Wo wir wieder zum Thema Selbstliebe kommen… da ist der Anfang von allem.

Ein weiterer wichtiger Punkt war zu tun, was mein Gefühl für richtig hält und einfach darauf zu vertrauen. Egal wie die Dinge ausgehen, egal was passieren könnte. Sich keine Gedanken darüber zu machen, wie etwas enden könnte, wie viel Schmerz man eventuell ertragen muss. Einfach mal Dinge zu tun, die sich gut anfühlen. Die getan werden müssen. Wo man selbst einfach denkt „Ich muss das jetzt tun, weil ich mir nicht die Frage stellen will ‚was wäre wenn?‘„.

Sich zu Beginn einer wundervollen Sache das Negative hervorzurufen zerstört nicht nur den Moment, sondern auch unbewusst deine Handlungen und das was du sagst.

Auch in diese Richtung habe ich mich krass entwickelt. Mir ist nicht egal, was mir alles bislang passiert ist. Meine Vergangenheit besteht sozusagen aus vielen Wurzeln, die zu meinem jetzigen Ich führen. Meine Vergangenheit besteht aus vielen kleinen Samen, die zu den unterschiedlichsten Zeiten meines Lebens gepflanzt wurden, woraus Wurzeln geschlagen sind, die sich in alle möglichen Richtungen entwickelt haben. Manche kreuzen sich mit anderen, manche gehen ihren eigenen Weg und manche geraten in Vergessenheit und sterben ab.

Egal was mir widerfahren ist – dadurch, dass ich begonnen habe zu Verzeihen und Frieden zu finden, lasse ich keine Möglichkeit oder Chance mehr aus. Ich begegne jedem mit Liebe. Ich weiß gar nicht mehr wie sich Hass anfühlt und ich vermisse es auch gar nicht. Liebe tut so viel mehr als Hass. Und da schließt sich auch wieder der Kreis meiner step by step Anleitung und ich merke, dass es keine weiteren Schritte mehr gibt. Dieser Schritt ist tatsächlich der letzte meiner Anleitung. Immer dranbleiben. Es ist aber nicht der letzte Schritt und dann ist alles gut oder besser oder abgeschlossen. Manchmal geraten wir in Situationen, wo wir wieder am Anfang stehen werden. Gerade nachdem wir verletzt wurden oder enttäuscht. Gerade wenn etwas passiert ist, was uns prägt und wir erneut unsere Persönlichkeit anpassen müssen oder unsere Ziele neu definieren.

Persönlichkeitsentwicklung ist nicht einfach und ist nichts, was innerhalb weniger Monate abgeschlossen ist. Es ist tatsächlich ein lebenslanger Prozess. Es besteht aus vielen Entscheidungen – ob richtige oder falsche – aus Ängsten, Sorgen, Erfolgen, Glück, Verlust, Veränderungen, Freude und Trauer. Alles ist mit dabei.

Manchmal ist es unendlich schwer sich wieder zu fokussieren. Man beginnt oft darüber nachzudenken, ob man das richtige getan hat. Ich kann euch sagen, wenn es sich mal richtig angefühlt hat, in dem Moment, als du dich entschieden hast, dann war es das Richtige. Selbstvertrauen zu haben fällt uns schwer. Oft verlassen wir uns auf Andere oder lassen uns beeinflussen. Manchmal wollen wir, dass man uns die Entscheidung abnimmt, obwohl sie uns keiner abnehmen kann. Oft lassen wir uns doch wieder umstimmen, obwohl wir tief im Inneren wissen, was wir eigentlich wollen.

Mut. Mut zu haben einfach umzusetzen, was man selbst will. Und auch das können wir nur, wenn wir uns selbst lieben. Ein ewiges Hamsterrad wie ihr merkt. Irgendwann zahlt sich alles aus, irgendwann macht alles Sinn. Und irgendwann blicken wir zurück und sehen ein auf und ab, viele Hindernisse, viele Rückschritte, aber so viele Fortschritte. Alles passiert aus einem Grund. Diesen erkennen wir vielleicht erst später, aber diese Erkenntnis wird kommen. Daran glaube ich ganz fest.

Wir haben nur dieses eine Leben, nur diese begrenzte Lebenszeit. Wozu sich selbst fertig machen? Wozu unzufrieden weiterleben? Wieso machen wir nichts aus unserer kostbaren Zeit? Wieso verschieben wir Dinge auf morgen? Erhoffen wir uns, dass unser Leben morgen plötzlich anders aussieht? Besser? Dass sich alles von selbst regelt und einpendelt? Wie naiv sind wir eigentlich diesbezüglich?
Wir haben doch selbst die Zügel in der Hand! Wir können selbst kreieren und machen. Dinge tun, die gut für uns sind, Dinge tun, die wir uns wünschen. Orte bereisen und erkunden, Menschen mit Freude und einem offenen, liebevollen Herz begegnen. Wozu all der Groll? Hast du dir diese Frage mal gestellt?
Natürlich bedeutet alles Arbeit und Veränderung. Und wir wissen nie, was kommen wird. Wir haben keine Garantie, wie das alles für uns ausgehen wird. Wir werden niemals wissen, was da am Ende auf uns wartet. Wann wir endlich ankommen werden. Wann wir eine perfekte Beziehung führen, wo wir uns geborgen fühlen werden. Wann wir beruflich endlich durchstarten und das Geld verdienen, was wir uns wünschen. Die Freunde finden, die wie Familie sind. Aber der Schlüssel dazu ist immer offen und herzlich zu sein, mutig zu sein, auch wenn es Schmerz bedeuten könnte. Auch, wenn wir dann wieder hinfallen könnten. Auch, wenn wir uns dann bescheuert vorkommen könnten.

Wir können entscheiden, ob unser Leben uns bestimmt oder wir unser Leben.

Step 1 – Den Gefühlen freien Lauf lassen

Step 2 – Tu dir selbst was Gutes

Step 3 – Nicht zurückblicken

Step 4 – Akzeptiere, was geschehen ist

Step 5 – Arbeite an deiner Selbstdisziplin

Step 6 – Immer dranbleiben!

Ich hoffe, dass ich dir auf irgendeiner Art und Weise helfen konnte.
Wir müssen da selbst durch, wir müssen da alleine durch. Wir können bestimmen, wie unser Umfeld aussieht und wer unsere Freunde sind. Wir können bestimmen, welche Menschen wir in unser Leben lassen. Den Weg jedoch müssen wir allein gehen. Wir können von anderen Menschen lernen, uns ihre Geschichte anschauen und Schlüsse daraus ziehen, wir können unterstützende Hände manchmal gut gebrauchen, wenn wir gefallen sind oder uns verirrt haben, aber wir müssen den Weg letztlich allein gehen. Egal was geschieht, wir selbst sind immer da. Unser Verstand, unser Kopf, unser Körper und unser Herz.

Wenn du realisiert hast, dass du selbst dein größter Kritiker bist, aber du selbst dich auch am meisten liebst, hast du gewonnen.

Arbeite an dir, erschaffe dir ein Leben, wie du möchtest. Hör auf dein Herz, dein Bauchgefühl. Scheiß einfach drauf und mach es. Bereue nichts, öffne dich und schenke deinem Umfeld und vor allem dir selbst die Liebe, die du verdienst.

Danke an alle, die mich bis hierhin begleitet haben – ihr seid großartig!

„Jedes Kapitel deines Lebensbuches wird ein neues Du erfordern, und umblättern kannst du erst, wenn du erkannt hast, dass auch das Zerbrechen wichtig war, um eine neue Version von dir selbst zu kreieren.“ – Tobias Beck


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